Wie viel Geld braucht man zum Investieren?

Wie viel Geld braucht man zum Investieren?

Bist du dir auch unsicher wie viel Geld man zum Investieren braucht und ab wann es überhaupt erst Sinn macht? Oder hast du dich schon einmal bei dem Gedanken ertappt, dass Investieren nur etwas für bereits wohlhabende Menschen ist? In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, dass du selbst ohne Startkapital und mit einer relativ kleinen Sparrate bereits große Schritte machen kannst.

Investieren nur etwas für Wohlhabende?

Ich habe in meinem persönlichen Bekanntenkreis öfter die Erfahrung gemacht, dass „Investieren an der Börse“ nur etwas für wohlhabende Menschen sein soll. Dies geht oft einher mit dem Gedanken, dass sich nur wohlhabende Menschen das „riskante Spiel“ an der Börse und etwaige Verluste leisten können. Dass dies insbesondere bei der Anlage in ETFs ein sehr unwahrscheinliches Szenario ist, habe ich in diesem Artikel gezeigt. Andere Leute wiederum argumentieren man müsste bereits über viel Kapital verfügen um überhaupt Investieren zu können. Erst dann „mache es ja Sinn“. Ich zeige dir anhand verschiedener Beispiele, dass dies nicht der Fall ist.

Wie viel Geld zum Investieren brauche ich denn?

Wie viel Geld zum Investieren fragst du dich? Es mag dich vielleicht überraschen, aber man benötigt nicht sehr viel Geld um überhaupt zu Investieren. Genau genommen, kannst du bereits mit kleinen Beträgen deinen Vermögensaufbau starten. Ich lasse hier zunächst einmal einzelne Aktien außen vor, da wir uns im Wesentlichen mit der Anlage in ETFs beschäftigen. Je nachdem welchen Broker du für deinen ETF-Sparplan ausgewählt hast, kannst du bereits ab einer Sparrate von gerade mal 1€ im Monat anfangen einen ETF zu besparen [1]https://www.ing.de/wertpapiere/etf/sparplan/. Bei anderen Brokern ist die Einstiegshürde ebenfalls sehr gering, sodass du auch mit kleineren Beträgen ab 10€ oder 25€ bereits investieren kannst.

Wie bespare ich einen ETF?

Das geht am einfachsten, wenn du einen ETF-Sparplan bei dem Broker deiner Wahl anlegst und diesen monatlich ansparst. Der Vorteil eines ETF-Sparplans ist unter anderem, dass du sehr wenig Aufwand damit hast. Es läuft alles automatisch per Lastschrifteinzug sobald du es einmal eingerichtet hast. Natürlich kannst du auch jederzeit die Parameter wie Sparrate oder Häufigkeit ändern, wenn es erforderlich wird. Darüber hinaus haben Sparpläne den Vorteil, dass die Transaktionskosten sehr gering sind oder sogar komplett entfallen. Ein weiterer unterschätzer Vorteil ist, dass du über einen Sparplan auch Bruchstücke eines ETFs kaufen kannst. Damit hast du dein Geld maximal effizient angelegt. Hier ein Beispiel: Wenn ein ETF einen Marktpreis von 100€ hat. Dann kannst du mit deiner Sparrate von z.B. 25€ ein Viertel, d.h. ein Bruchstück von 0,25 dieses ETFs kaufen. Normalerweise werden ETFs oder auch Aktien außerhalb eines Sparplans jeweils nur als ganzzahliges Stück bzw. ein vielfaches davon verkauft.

Lohnt es sich mit wenig Geld zu investieren?

Die kurze Antwort ist: Ja!

Die lange Antwort ist: Jeder Vermögensaufbau – ob groß oder klein – beginnt immer mit dem ersten Schritt. Manche können bereits mit einer großen Geldsumme und größeren Sparraten anfangen und erfreuen sich dadurch schneller an größeren Erträgen. Viele jedoch fangen eher bei 0€ oder mit einer kleineren Geldsumme an und können zu Beginn eher weniger monatlich sparen. Wichtig ist aber trotzdem zu verstehen, dass es sich in der Regel immer lohnt – egal ob mit viel oder mit wenig Geld. Ich zeige dir im Folgenden warum das so ist.

Beispiel 1: Sparplan mit 25€ pro Monat über 20 Jahre mit 5% Wachstum

Angenommen du hast kein Startkapital und fängst heute an einen ETF-Sparplan monatlich mit 25€ anzusparen. Hier erfährst du, wie du die richtigen ETFs auswählst. Nehmen wir weiter an, dass dein Anlagehorizont bzw. der Zeitraum über den du deinen ETF ansparen möchtest 20 Jahre sind. Wie du weißt, wollen wir ja unser Vermögen langfristig über eine Buy & Hold Strategie aufbauen. Wir gehen in diesem Beispiel davon aus, dass du einen klassischen MSCI World ETF besparst und dieser mit durchschnittlich 5% pro Jahr wächst. Das ist eine eher konservative, d.h. eher vorsichtige Annahme. Empirisch betrachtet waren die historischen Wachstumsraten des unterliegenden MSCI World Index sogar noch deutlich höher und lagen bei durchschnittlich 8%-9% pro Jahr seit 1987[2]https://www.msci.com/documents/10199/178e6643-6ae6-47b9-82be-e1fc565ededb. Hier zum Beispiel: Ein iShares MSCI World ETF hat eine durchschnittliche jährliche Rendite von knapp 9,8% in den letzten 10 Jahren gehabt [3]https://www.ishares.com/us/products/239696/ishares-msci-world-etf. Lass uns der Einfachheit halber annehmen, dass bis auf die Total Expense Ratio (TER) über die 20 Jahre keine weiteren Kosten auf dich zukommen. Zum Beispiel in Form eines Ausgabeaufschlags oder Transaktionskosten. Diese können mit der Wahl des richtigen Brokers und kostenlos besparbarer ETFs ebenfalls umgangen werden[4]https://finanzmagie.de/werkzeugkasten/welchen-broker-soll-ich-nehmen/.

Wie viel Vermögen habe ich nach 20 Jahren also aufgebaut?

Nun fragst du dich bestimmt wie viel Vermögen im Laufe der Jahre in diesem Beispiel aufgebaut wurde. Schauen wir es uns an.

Über die 20 Jahre hast du insgesamt 6000€ selbst eingezahlt, d.h. 25€ * 12 Monate * 20 Jahre. In obiger Grafik siehst du dies anhand der schwarzen bzw. grau gestrichelten Linie. Wenn wir das Wachstum von 5% pro Jahr zu Grunde legen hast du nach 20 Jahren einen Endbetrag von 10.276€ angespart. Dies siehst du an der gold gestrichelten Linie. Die Differenz zwischen deinem Endbetrag und dem was du eingezahlt hast ist dein Kapitalertrag. In diesem Fall beträgt dieser insgesamt 4276€. Und das bereits mit einem kleinen Sparbetrag von 25€ im Monat. Lass dir einmal kurz durch den Kopf gehen für welchen „unnützen Kram“ du in der Vergangenheit mal eben 25€ ausgegeben hast. Stattdessen könnte man sich über eine stattliche Summe im Ruhestand erfreuen oder die eigenen Kinder, wenn sie volljährig werden. Wir sehen hier also, dass es sich bereits mit einem kleinem Betrag lohnt zu investieren.

Welche Faktoren beeinflussen die Portfolioentwicklung besonders?

Das obige Beispiel habe ich anhand des Portfolio-Sparrechners gerechnet. Du kannst gerne selbst einmal den Sparrechner aufrufen und mit den Einstellungen herumspielen um zu sehen wie sich die Portfolioentwicklung verändert. Du wirst feststellen, dass der Sparzeitraum und die Wachtumsrate den größten Einfluss auf die Wertentwicklung haben. Exponentiell um ganz genau zu sein. Daraus ergibt sich über die Zeit ein krasser Zinseszinseffekt. Das siehst du an dem aufspreizen der schwarzen und violetten Linie. Was können wir also daraus mitnehmen? Wir können abgesehen von der Wahl des ETFs die Wachstumsrate nicht beeinflussen. Den Sparzeitraum hingegen können wir mehr oder weniger selbst beeinflussen. Das ist also die Stellschraube, die wir selbst in der Hand haben. Insofern sei hier nochmal gesagt, dass es wichtig ist langfristig zu denken und zu investieren sollte. Hier bietet sich eine Buy&Hold Strategie an.

Wie sieht es mit anderen Beispielen aus?

Wir können das obige Beispiel noch einmal etwas erweitern und realistischer bzw. optimistischer gestalten. Lass uns einmal hierfür annehmen, dass wir tatsächlich die durchschnittliche historische Rendite von 8% erreichen. In den folgenden Beispielen schauen wir uns die Portfolioentwicklung an wenn wir 50€, 100€ oder 500€ im Monat sparen würden. Alle weiteren Parameter bleiben unverändert.

Beispiel 2: Sparplan mit 50€ pro Monat über 20 Jahre mit 8% Wachstum

In diesem Beispiel haben wir einen möglichen Portfolioendwert von 29.452€. Der Wert setzt sich zusammen aus 12.000€ eingezahltem Kapital und 17.452€ an Wertsteigerung.

Beispiel 3: Sparplan mit 100€ pro Monat über 20 Jahre mit 8% Wachstum

In diesem Beispiel haben wir einen möglichen Portfolioendwert von 58.902€. Der Wert setzt sich zusammen aus 24.000€ eingezahltem Kapital und 34.902€ an Wertsteigerung.

Beispiel 4: Sparplan mit 500€ pro Monat über 20 Jahre mit 8% Wachstum

In diesem Beispiel haben wir einen möglichen Portfolioendwert von gigantischen 294.510€. Der Wert setzt sich zusammen aus 120.000€ eingezahltem Kapital und 174.510€ an Wertsteigerung. Eine stattliche Summe und ein gutes Polster für die Rente oder einen sonstigen Traum oder? Natürlich ist das letzte Beispiel für viele sehr utopisch oder gar unerreichbar. Das Beispiel soll aber verdeutlichen, dass es sich ziemlich lohnt möglichst viel Geld in einen ETF-Sparplan zu sparen. Und für manche kann dies der notwendige Anstoß sein die monatlichen Kosten und Ausgaben so zu optimieren, dass man die persönliche Sparrate maximiert um die größtmögliche Wertsteigerung anzustreben.

Fazit

Zu Beginn dieses Artikels haben wir uns gefragt „Wie viel Geld zum Investieren“ braucht man? Ich hoffe ich konnte dir anhand der Beispiele und möglichen Entwicklungen zeigen, dass es tatsächlich nicht viel Bedarf um Investieren zu können. Selbst mit einem sehr kleinen Betrag kann man schon große Ziele erreichen. Wichtig ist es langfristig zu denken und am Ball zu bleiben. Das bedeutet insbesondere auch immer schön die Nerven zu bewahren und „Krisen“ auch mal auszusitzen.

Rechtlicher Hinweis

Bitte beachte, dass jede Form der Investition oder Geldanlage mit Chancen und Risiken verbunden ist.

Der vorliegende Beitrag dient lediglich dazu die persönliche Meinung des Autors wiederzugeben. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Vermögensgegenständen dar. Aussagen in diesem Beitrag können Erwartungen an zukünftige Entwicklungen beinhalten. Diese basieren auf den gegenwärtigen Ansichten und Annahmen des Autors. Sie können daher Abweichungen bezüglich der tatsächlich eintretenden zukünftigen Entwicklungen haben.

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