Wie kann ich mein (ETF-)Portfolio absichern?

Wie kann ich mein (ETF-)Portfolio absichern?

In diesem Beitrag widmen wir uns der spannenden Frage wie man sein (ETF-)Portfolio oder sonstige Vermögensgegenstände im Portfolio gegen potenzielle Marktwertverluste absichern bzw. diese begrenzen kann. Aus Sicht eines Privatanlegers gibt es Lebenslagen und Pläne, in denen das sinnvoll und notwendig sein kann. Die Verlustabsicherung oder besser gesagt Verlustbegrenzung lässt sich mit verschiedenen Werkzeugen und Mitteln bewerkstelligen. Welche verschiedenen Möglichkeiten es dafür gibt schauen wir uns im Folgenden genauer an. Ich gehe davon aus, dass du bereits den Beitrag zu Derivaten gelesen hast und ein entsprechendes Vorwissen vorhanden ist.

Warum sollte man überlegen sein (ETF-)Portfolio gegen Verluste abzusichern?

Grundsätzlich bin ich ein Befürworter der langfristigen Buy & Hold Strategie. Denn empirisch über die Zeit betrachtet wurden selbst die größten Marktwertverluste bzw. Finanzkrisen bisher stets wieder aufgeholt. Insbesondere bei den klassischen ETFs wie z.B. dem MSCI World wie auch dieser Beitrag zeigt. Allerdings gibt es natürlich Lebenslagen oder Pläne für den Privatanleger, die es einem nicht ermöglichen potenzielle Verluste über die Zeit „auszusitzen“. Das kann der Fall sein, wenn du schon im „letzten Drittel“ deines Sparzeitraums angekommen bist, kurz vor der Rente stehst oder eine größere Investition wie einen Immobilienkauf oder eine Weltreise geplant hast und eine bestimmte Geldmenge benötigst. In diesen Fällen ist der verfügbare restliche Anlage- bzw. Zeithorizont limitiert.

Kritisch wird das Ganze insbesondere dann, wenn du in naher Zukunft mit einer bestimmten Portfoliogröße bzw. Geldsumme mehr oder weniger fest geplant hast. In dieser Situation lohnt es sich darüber nachzudenken wie man sein (ETF-) Portfolio möglichst absichern kann. Denn die Absicherung gibt dir mehr Kontrolle darüber wie du potenzielle Marktwertverluste begrenzen und eine gewisse Portfoliogröße bewahren kannst. Das gibt dir wiederum mehr Sicherheit und Planbarkeit für deine Ziele.

Selbst für den zugegeben unwahrscheinlichen Fall, dass genau kurz vor deinem geplanten Vorhaben ein großer Markteinbruch stattfindet, könntest du mit Hilfe einer Portfolioabsicherung noch mit einem „blauen Auge“ davonkommen. Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an welche Möglichkeiten dir dafür zur Verfügung stehen.

Welche Möglichkeiten habe ich mein (ETF-)Portfolio abzusichern?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten dein (ETF-)Portfolio abzusichern. In dem vorliegenden Beitrag schauen wir uns ein paar der grundlegenden Strategien an. Eine Möglichkeit besteht darin im Laufe des Sparzeitraums eine Umschichtung in weniger riskante ETF-Indizes vorzunehmen. Eine andere Möglichkeit stellen die verschiedenen Ordertypen / Orderzusätze dar. Und noch eine andere Möglichkeit zum absichern des (ETF-)Portfolios bietet sich über bestimmte Derivate an. Natürlich kannst du auch mehrere dieser Möglichkeiten kombinieren. In den nächsten Abschnitten nehmen wir die jeweiligen Möglichkeiten genauer unter die Lupe.

Möglichkeit 1: (ETF-)Portfolio mit Umschichtung absichern

Die erste und einfachste Möglichkeit ist es im Laufe deines Sparzeitraums nach und nach (z.B. jährlich, zweijährlich, dreijährlich usw.) eine Umschichtung in weniger riskante ETFs bzw. Wertpapiere vorzunehmen. Wenn du zum Beispiel aktuell einen größeren Anteil an Einzelaktien im Portfolio hast, kannst du deren Anteil über die Jahre nach und nach reduzieren und das Geld in breit-gestreute ETFs anlegen. Das Umschichten machst du am besten so, dass du steuerlich stets deinen Freibetrag nutzt um deine Steuerlast zu minimieren.

Dasselbe gilt auch wenn du aktuell nur ETFs im Portfolio hast. Auch wenn ETFs vom Aufbau und ihrer Struktur her schon als sehr sicher gelten, gibt es natürlich auch unter ihnen (relativ) „riskantere“ und „sicherere“ Exemplare. Das hängt im Wesentlichen vom replizierten Index und den darin enthaltenen Einzeltiteln sowie ihrer Volatilität bzw. der Standardabweichung oder Schwankung ab. Eine aggregierte bzw. zusammengefasste Risikoeinschätzung eines ETFs kannst du zum Beispiel ganz einfach über das Morningstar-Rating einsehen. Zum Beispiel schätzt Morningstar den iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) EUR (Acc) (ISIN: DE0005933931) insgesamt als unterdurchschnittlich riskant ein[1]https://www.morningstar.de/de/etf/snapshot/snapshot.aspx?id=0P00000IZE&tab=2&InvestmentType=FE. Den iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) (EUR) (ISIN: IE00B4L5Y983) als durchschnittlich riskant[2]https://www.morningstar.de/de/etf/snapshot/snapshot.aspx?id=0P0000MEHZ&tab=2&InvestmentType=FE. Und den iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE) (EUR) (ISIN: DE000A0F5UF5) als überdurchschnittlich riskant ein[3]https://www.morningstar.de/de/etf/snapshot/snapshot.aspx?id=0P0000HYBI&tab=2&InvestmentType=FE.

Möglichkeit 2: (ETF-)Portfolio mit Ordertypen / Orderzusätzen absichern

Eine weitere bzw. zusätzliche Möglichkeit bieten dir die verschiedenen Ordertypen an. Wie in dem verlinkten Beitrag erklärt gibt es bestimmte Ordertypen, die es dir ermöglichen Verluste mit Hilfe eines definierten Schwellwerts zu begrenzen und somit dein Portfolio oder einzelne Positionen abzusichern. Diese Absicherung ist nicht „vollständig“. D.h. je nach definiertem Schwellwert wirst du wahrscheinlich einen gewissen Verlust hinnehmen müssen bevor dein Schwellwert erreicht und deine Verkaufsorder ausgelöst wird. Allerdings ist dieser Verlust wie gesagt begrenzt.

Für eine Verlustbegrenzung eigenen sich inbesondere die Ordertypen Stop-Loss-Order, Stop-Loss-Limit-Order oder eine Trailing-Stop-Loss-Order. Ich persönlich empfehle den letztgenannten Ordertypen, da dir dieser mit Hilfe des dynamischen Trailings die Möglichkeit gibt deine Verkaufsschwelle automatisch an den aktuellen Marktwert des Wertpapiers anzupassen. Das heißt du kannst deinen Verlust immer relativ zum aktuellen Marktpreis begrenzen. Rein praktisch hast du die Möglichkeit bei deinem Broker pro Position im Portfolio eine Trailing-Stop-Loss-Order mit unbegrenzter Gültigkeit einzustellen. Damit hast du eine automatische Verlustbegrenzung aktiviert und kannst so potenziellen Markteinbrüchen etwas gelassener entgegenschauen.

Als Beispiel: Angenommen du hast eine große Position vom iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) (EUR) (ISIN: IE00B4L5Y983) im Portfolio. Dieser notiert aktuell bei ca. 70 EUR. Wenn du eine Trailing-Stop-Loss-Order mit unbegrenzter Gültigkeit bei 10% Trailing einstellst, wird eine Verkaufsorder ausgelöst sobald der Preis des ETFs einen Wert von 63 EUR unterschreitet. Somit hast du diese Position bei ca. 10% Verlust abgesichert. Doch bedenke, dass bei Erreichen des Schwellwerts eine Marketorder ausgelöst wird. D.h. es wird der zu dem Zeitpunkt beste Verkaufspreis erzielt. Dieser muss nicht notwendigerweise bei 62,99 EUR liegen sondern kann auch geringer sein. Des Weiteren solltest du wissen, dass mit dem automatischen Verkauf deiner Position auch steuerliche Aspekte relevant werden. Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt einen positiven Kapitalertrag hast wird unter Umständen die Abgeltungssteuer fällig.

Möglichkeit 3: (ETF-)Portfolio mit Derivaten absichern

Möchtest du einen potenziellen (Not-)Verkauf deiner Wertpapiere über eine automatische Verlustbegrenzung komplett verhindern und damit steuerliche Aspekte vermeiden kannst du überlegen von der dritten Möglichkeit Gebrauch zu machen. Die dritte Möglichkeit mit der du dein (ETF-)Portfolio absichern kannst bieten dir nämlich bestimmte Derivategeschäfte an.

Wie in dem verlinkten Beitrag beschrieben kannst du mit Hilfe von Optionsscheinen bzw. genauer gesagt mit Hilfe von Long Puts dein Portfolio bzw. eine Position im Portfolio absichern. Denn wenn du dir kurz nochmal ins Gedächtnis rufst: Mit einem Long Put setzt du auf einen fallenden Kurs deines Basiswertes. Für unser Ziel der Portfolio- bzw. Positionsabsicherung hilft uns nämlich genau das weiter. Dabei sprechen wir natürlich vom sogenannten Hedging. Das Ziel des Hedgings ist es die negativen Schwankungen deines Basiswertes (d.h. deines Portfolios oder einzelner Positionen) mit Hilfe von positiven Schwankungen deines Long Puts auszugleichen bzw. auszubalancieren. Ganz konkret sollen Verluste (fallende Kurse) des Portfolios oder einzelner Positionen durch Gewinne (steigende Kurse) des Long Puts ausgeglichen werden.

Diese Absicherungsstrategie ist leider mit gewissen Herausforderungen sowie Vor- und Nachteilen verbunden wie wir im Folgenden sehen werden.

Absicherung mit (Index-)Puts: Warum brauche ich einen passenden Basiswert?

Das Ziel des Hedgings ist es eine möglichst effiziente und wenn gewünscht auch vollständige Absicherung zu erreichen. Die Herausforderung dabei ist es das richtige Underlying bzw. den passenden Basiswert zu finden, der dein Portfolio bzw. die abzusichernde Position möglichst genau abbildet. Denn das Hedging (das „ausbalancieren“ wie bei einer Waage) kann nur dann effizient funktionieren, wenn dein Portfolio und der gewählte Basiswert stark positiv korrelieren und damit sehr ähnlich auf aktuelle Marktsituationen reagieren. Wenn du zum Beispiel nur Aktien-(ETFs) im Portfolio hast und diese mit Hilfe eines Puts auf den Goldpreis absichern möchtest, dann wirst du kaum einen Hedgingeffekt erhalten. Das liegt insbesondere daran, dass nur eine (wenn überhaupt) sehr geringe Korrelation vorhanden ist[4]https://www.insignitus.com/de/gold-vs-geld/korrelation-von-gold-zu-anderen-assetklassen/ und dadurch das ausbalancieren logischerweise nicht richtig funktioniert. Oder um nochmal bei dem Bild der Waage zu bleiben: Du kannst einen schweren Stein nicht mit einer leichten Feder ausbalancieren.

Insofern bleibt weiterhin die Frage was der „richtige Basiswert“ ist. Leider haben wir als Privatpersonen nicht die dieselben Möglichkeiten, die institutionelle Anleger, (Investment-)Banken oder Großkonzerne haben um maßgeschneiderte Derivate über Over-the-Counter (OTC) direkt vom Emittenten zu beziehen. Damit würde sich nämlich die Suche nach dem passenden Basiswert so ziemlich erübrigen und wir könnten sehr effizient hedgen. Wir müssen uns stattdessen damit dem begnügen, was am Markt so vorhanden und frei zugängig ist. Auch wenn es vielleicht nicht zu 100% zu unserem Portfolio passt und daher nicht sehr präzise sein kann. Das sich daraus ergebende Risiko nennt man im Fachjargon auch Basisrisiko.

Die Antwort auf die Frage was der richtige Basiswert ist hängt im Wesentlichen von deiner Portfoliozusammensetzung ab bzw. davon welche Position zu konkret absichern möchtest.

Absicherung mit (Index-)Puts: Wie finde ich einen passenden Basiswert?

Angenommen du hast das folgende Portfolio mit der aufgeführten Zusammensetzung:

Portfolio (Position)AnzahlMarktpreis der Position am 25.06.2021 (gerundet)Gesamtwert (in EUR) am 25.06.2021
SPDR S&P 500 UCITS ETF20360 EUR7.200 EUR
iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (Acc)10675 EUR6.750 EUR
Apple Inc.30110 EUR3.300 EUR
Daimler AG5078 EUR3.900 EUR

Das Portfolio hat einen Gesamtwert von 21.150 EUR. Unser Ziel ist es nun das Portfolio und alle darin enthaltenen Positionen für ein Jahr lang vollständig mit Puts abzusichern und damit zu „hedgen“. Ich betone hier noch einmal, dass dieses Vorgehen in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Mittel als Privatanleger nicht 100% exakt sein kann. Es handelt sich daher um einen approximativen Ansatz, was für einen Privatanleger aber ein absolut gangbarer Weg ist.

Um nun den passenden Basiswert zu finden kannst du eine marktübliche Zertifikate-Suche verwenden[5]https://www.finanzen.net/zertifikate/suche[6]https://www.onvista.de/derivate/finder[7]https://www.godmode-trader.de/zertifikate[8]https://www.boerse.de/optionsscheine/suche/. Daraus ergeben sich folgende für unser Beispielportfolio Ergebnisse:

Portfolio (Position)BasiswertMarktpreis / Indexstand des Basiswertes am 25.06.2021 (gerundet)
SPDR S&P 500 UCITS ETFS&P 500 Index4.300 Punkte
iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc)NASDAQ 100 Index14.350 Punkte
Apple Inc.Apple Inc. Aktie110 EUR
Daimler AGDaimler AG Aktie78 EUR

Die gute Nachricht ist, dass wir für alle Positionen im Portfolio ein direktes Äquivalent als Basiswert finden konnten. Das ist in diesem Fall hier auch relativ wahrscheinlich, da wir sehr „populäre“ und oft gehandelte Titel im Portfolio haben. Wenn wir kein passendes Äquivalent gefunden hätten, dann wäre die Suche nach einem Basiswert etwas aufwändiger gewesen.

Mini-Exkurs: Was wenn es kein direktes Äquivalent als Basiswert gibt?

Man würde zunächst versuchen ein möglichst passendes Substitut als Basiswert zu finden. Zum Beispiel einen Basiswert, der sehr große Überschneidungen mit der abzusichernden Position hat. Anschließend müsste man mit Hilfe einer linearen Approximation / Regression über den (Portfolio-)Betakoeffizienten ein geeignetes Verhältnis zwischen der abzusichernden Position und dem Basiswert ermitteln um dadurch das nötige Hedging zu schätzen. Dieses Verfahren ist allerdings relativ ineffizient und kostspielig, da es eher unwahrscheinlich ist genau das Substitut als Basiswert finden werden, dass zu 100% passt. Insofern müsste wir mehr Geld für eine ineffizientere Absicherung bezahlen. Schreib mir gerne eine Nachricht über das Kontaktformular, wenn du mehr Interesse daran hast und ich an dieser Stelle mit einem praktischen Beispiel noch tiefer ins Detail gehen soll. Doch nun zurück zum Beispiel.

Absicherung mit (Index-)Puts: Wie finde ich das passende Zertifikat?

Über die obige Zertifikate-Suche werden uns auch gleich die passenden Zertifikate angezeigt. Für unser Vorhaben suchen wir uns ein Zertifikat aus, dass „at-the-money“ ist und einen möglichst geringen Spread hat. Die Bezeichnung „at-the-money“ bedeutet, dass der Basispreis (Ausübungspreis) des Zertifikats nahe oder exakt dem aktuellen Indexstand bzw. Aktienkurs notiert. Das ist insofern notwendig für unser Ziel, da wir schon ab heute ein vollständiges Hedging beabsichtigen. Hier einmal eine beispielhafte Auswahl von Zertifikaten und den wesentlichen Kennzahlen dazu:

BasiswertLong PutFälligkeitBasispreisBezugs-verhältnisMarktpreis des Derivats am 25.06.2021 (gerundet)
S&P 500 IndexPut auf S&P 500 [BNP Paribas]17.06.20224.300 Punkte1:100 2,75 EUR
NASDAQ 100 IndexPut auf NASDAQ 100 [Citi]17.06.202214.350 Punkte1:10010,50 EUR
Apple Inc. AktiePut auf Apple [HypoVereinsbank]15.06.2022110 EUR1:100,50 EUR
Daimler AG AktiePut auf Daimler [Vontobel]17.06.202278 EUR1:101,00 EUR

Als nächsten Schritt müssen wir jetzt noch die Anzahl an Optionsscheinen berechnen, die wir aufgrund des Bezugsverhältnisses von Optionsscheinen für eine vollständige Absicherung bzw. unser Ziel des vollständigen Hedgings benötigen. Die Berechnung erfolgt mit Hilfe einer relativ einfachen Formel:

Anzahl Optionsscheine = (Abzusichernder Betrag / Indexstand oder Aktienkurs) / Bezugsverhältnis

Zum Beispiel für die Anzahl an Optionsscheinen für unsere S&P 500 Position = (7200 EUR / 4.300 Punkte) / 0,01 = 167,44. Um eine „Unterabsicherung“ zu vermeiden und da die gewählten Zertifikate nur ganzzahlig gehandelt werden runden wir im Falle von nicht-ganzzahligen Ergebnissen immer auf. Auch auf die Gefahr hin, dass wir dann eine „Überabsicherung“ haben. Wie gesagt ist der Ansatz nicht perfekt präzise. D.h. für dieses Beispiel benötigen wir 168 Optionsscheine auf den S&P 500 um eine vollständige Absicherung zum aktuellen Kurs zu erhalten.

Absicherung mit (Index-)Puts: Was kostet mich die Absicherung?

Um die entsprechenden Kosten der Absicherung zu berechnen muss man anschließend nur noch die Anzahl der Optionsscheine mit dem aktuellen Preis (Briefkurs) des jeweiligen Derivats multiplizieren. Daraus ergibt sich die folgende Tabelle:

BasiswertLong PutAnzahl Optionsscheine (ganzzahlig aufgerundet)Kosten der Absicherung
S&P 500 IndexPut auf S&P 500 [BNP Paribas]168462 EUR
NASDAQ 100 IndexPut auf NASDAQ 100 [Citi]48504 EUR
Apple Inc. AktiePut auf Apple [HypoVereinsbank]300150 EUR
Daimler AG AktiePut auf Daimler [Vontobel]500500 EUR

Insgesamt kommen also Kosten in Höhe von ca. 1.616 EUR auf uns zu um unser Beispielportfolio für ca. 1 Jahr lang vollständig abzusichern. Oder anders gesagt ca. 7,64% des Gesamtportfoliowerts.

Die Vor- und Nach des Hedgings mit (Index-)Puts

Wie im vorherigen Rechenbeispiel gezeigt ist eine Absicherung mit Hilfe von Long Puts sehr kostspielig. Des Weiteren hast du gesehen, dass wir als Privatanleger eher beschränkte Möglichkeiten haben unser Portfolio wirklich effizient zu hedgen. Und genau das sind die wesentlichen Nachteile dieser Absicherungsstrategie. Natürlich wäre es auch möglich nur 75% oder 50% des Portfolios abzusichern. Oder wenn es nicht unbedingt ein vollständiges Hedging sein muss auch über sogenannte (Discount-)Zertifikate oder „Out-of-the-Money“ Zertifikate noch etwas kostengünstiger davonzukommen. Dennoch sind und bleiben die Kosten relativ hoch.

Die Vorteile einer Absicherungsstrategie mit (Index-)Puts liegen darin, dass wir die Möglichkeit haben unser Portfolio vollständig absichern zu können. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass für den Fall eines Markteinbruchs kein Notverkauf unserer Portfoliopositionen erfolgt und die damit verbundenen steuerlichen Aspekte vermieden werden können. Insgesamt empfehle ich diese Möglichkeit der Absicherung daher wirklich nur denjenigen, denen ein vollständiges Hedging auch in Anbetracht der hohen Kosten wichtig ist.

Fazit

In diesem Beitrag haben wir ein paar der wesentlichen Möglichkeiten gesehen wie man sein (ETF-)Portfolio absichern kann. Die jeweiligen Möglichkeiten haben alle ihre Vor- und Nachteile. Wie so oft im Leben. Letztlich musst du als Privatanleger überlegen was am besten zu deinem Vorhaben und deinen Plänen passt. Ich persönlich empfehle insgesamt eine Kombination aus den Möglichkeiten 1 & 2, da diese sowohl einen ausreichenden Schutz und Sicherheit bieten. Als auch kostengünstig und ohne viel Aufwand von einem Privatanleger betrieben werden können. Solltest du dennoch überlegen von Möglichkeit 3 Gebrauch zu machen und Derivate für das absichern zu verwenden, dann sei dir der damit verbundenen Chancen und Risiken sowie der hohen Kosten bewusst.

Rechtlicher Hinweis

Bitte beachte, dass jede Form der Investition oder Geldanlage mit Chancen und Risiken verbunden ist.

Der vorliegende Beitrag dient lediglich dazu die persönliche Meinung des Autors wiederzugeben. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Vermögensgegenständen dar. Aussagen in diesem Beitrag können Erwartungen an zukünftige Entwicklungen beinhalten. Diese basieren auf den gegenwärtigen Ansichten und Annahmen des Autors. Sie können daher Abweichungen bezüglich der tatsächlich eintretenden zukünftigen Entwicklungen haben.

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