Einen Broker für den ETF-Sparplan finden?

Einen Broker für den ETF-Sparplan finden?

Nachdem wir in vorherigen Artikeln gelernt haben was ein ETF ist, welche Anlagestrategien für Privatanleger sinnvoll sein können und was man bei der ETF-Auswahl beachten sollte, gehen wir jetzt ins Eingemachte. Wir schauen uns in diesem Beitrag zusammen an, was man bei der Auswahl des Brokers beachten sollte. Denn schließlich ist der Broker unser Freund und Helfer um Investitionen im Finanzmarkt zu tätigen und unseren langfristigen Vermögensaufbau umzusetzen. Unser Fokus soll dabei auf der Investition in ETFs bzw. über einen ETF-Sparplan liegen.

Was genau ist ein Broker und wozu brauche den?

Der Broker oder zu deutsch Makler ist ein Finanzdienstleister, der in unserem Auftrag klassischerweise Käufe oder Verkäufe an einem Börsenplatz ausführt. Natürlich bieten Broker ein großes Spektrum an weiteren Dienstleistungen an, welche wir hier jedoch zunächst außen vor lassen.

Bei einem Broker handelte es sich „früher“ zumeist um Servicedienstleister oder Ableger von großen und manchmal auch kleineren spezialisierten Banken. Diese haben dann im Auftrag der Bankkunden bestimmte Investitionen wie zum Beispiel Aktienkäufe getätigt. Damals und auch heute war es üblich derartige Services im „Rundumsorglospaket“ mit einer persönlichen Anlageberatung durch einen Bankmitarbeiter zu verbinden[1]https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/banken-im-test-bei-diesen-geldhaeusern-werden-sie-als-anleger-gut-beraten/24097806.html[2]https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/GeldanlageWertpapiere/Anlageberatung/anlageberatung_node.html. Diese klassische Form der Investition hat ebenfalls ihre Vorteile und auch ihre Daseinsberechtigung. Für viele insbesondere ältere oder unerfahrene Menschen stellt dies noch immer eine wichtige Anlaufstelle dar.

Mittlerweile jedoch geht der Trend immer mehr in die Richtung die Geldanlage „selbst in die Hand zu nehmen“.

Was sind Neo-Broker?

Heutzutage gibt es eine große Anzahl an Brokern. Viele davon sind auch nicht aus einer Bank hervorgegangen. Stattdessen bieten sie Brokerdienstleistungen im Rahmen einer Kooperation mit einer Bank an. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung übernehmen auch immer mehr sogenannte „Neo-Broker“ den Markt. Insbesondere für jüngere Privatanleger bieten sie eine willkommene Abwechslung. Das sind „radikal“ digitale Broker, die mehr oder weniger nur rein elektronisch existieren. Einige davon verzichten sogar ganz auf eine Web-basierte Handelsplattform und sind rein App-basiert. Hier sei zum Beispiel Trade Republic genannt[3]https://traderepublic.com/de-de.

Neo-Broker haben zuletzt auch öfter das Geschehen in der Berichterstattung dominiert. Insbesondere Exemplare aus den USA haben für viel Aufsehen und Aufmerksamkeit gesorgt, weil sie und ihre meist jüngeren Privatanleger das etablierte Finanzsystem ordentlich durchgeschüttelt haben[4]https://www.dw.com/de/robinhood-co-zuviel-spa%C3%9F-mit-trading-apps/a-56552121[5]https://www.manager-magazin.de/finanzen/die-maerkte-wirken-wie-ein-casino-a-7474b245-37ba-426e-92a3-fce280d01c46[6]https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/nach-gamestop-us-boersenaufsicht-will-aktienhandel-staerker-regulieren-a-8220b149-bcae-427d-8944-c173757c4b53.

Wie wähle ich den passenden Broker für mich aus?

Um bei der Vielzahl verschiedener Anbieter nicht den Überblick zu verlieren, möchte ich dir in diesem Beitrag ein paar Ratschläge mitgeben. Diese kannst du dazu verwenden, um den für dich richtigen Broker auszusuchen. Ich persönlich habe sogar mehrere Broker für unterschiedliche Zwecke um die jeweiligen Stärken zu nutzen und auszuspielen. Zum Beispiel: Man kann einen Broker haben, den man für einen langfristigen ETF-Sparplan verwendet. Und dann noch einen anderen Broker, den man für Kryptowährungen oder Zertifikate verwendet.

Es gibt natürlich auch Broker, die beides vereinen. Beispielhaft sei hier einmal Scalable Capital[7]https://de.scalable.capital/ oder Bitpanda[8]https://www.bitpanda.com/de genannt. Der Schwerpunkt dieses Beitrags soll hier aber auf ETFs und einem ETF-Sparplan liegen. Im Folgenden erkläre ich dir die wichtigsten Überlegungen, die man bei der Wahl des Brokers anstellen sollte.

Welchen Zweck soll der Broker erfüllen?

Bei dieser Frage geht es darum sich zuerst einmal zu überlegen, welchen Zweck der Broker überhaupt erfüllen soll. Nicht jeder Broker ist nämlich gleich gut geeignet für die verschiedenen Investitionsvorhaben. Konkret gesagt: Möchtest du einen Broker nur um in ETFs und einen ETF-Sparplan zu investieren? Möchtest du einen Broker um auch in Aktien, Zertifikate oder Kryptowährungen zu investieren? Diese Punkte schließen sind nicht notwendigerweise aus. Es gibt viele Broker, die ein sehr gutes Rundumpaket anbieten. Aber nicht jeder Broker ist gleich gut für die jeweiligen Zwecke geeignet.

Wie hoch sind die Kosten des Brokers?

Wenn du dir im Klaren bist, welche Zwecke der Broker erfüllen soll dreht sich der nächste Punkt um die Kosten. Die Kosten sind ein zentraler Punkt bei der Wahl des Brokers. Diese können einen erheblichen Einfluss auf die Performance deines Portfolios haben. Das Ziel ist es diese daher möglichst gering zu halten.

Kosten können bei Brokern auf verschiedenen Wegen entstehen. Klassischerweise entstehen sie als Transaktionsgebühren beim Handeln. Insbesondere für ETF-Anleger sind aber auch die sogenannten Ausgabeaufschläge von großer Bedeutung. Die hängen zwar mit der Fondsgesellschaft zusammen. Allerdings gibt es Broker wie z.B. Smartbroker[9]https://smartbroker.de/ wo explizit Fonds ohne Ausgabeaufschlag geführt werden. Weitere Kosten können auch über sogenannte Depotgebühren entstehen. Diese entstehen für die Bereitstellung eines Depots und werden von manchen Brokern prozentual vom Portfoliowert in Rechnung gestellt. Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Kostenpunkte. Diese sind in den Preis- und Leistungsverzeichnissen der Broker entsprechend aufgeführt. Weitere Informationen insbesondere zu den Kosten einer Investition in ETFs findest du übrigens hier.

Für ETF-Anleger: Bietet der Broker einen ETF-Sparplan an und gibt es geförderte Premium-ETFs?

Gerade für langfristige ETF-Anleger ist die Wahl des Brokers eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Bei der Wahl des Brokers sollten insbesondere Überlegungen hinsichtlich des ETF-Produktangebots, der ETF-Auswahl sowie der Verfügbarkeit von ETF-Sparplänen erfolgen.

Viele Broker bieten einen kostenfreien oder kostenreduzierten ETF-Sparplan an. In Kombination dazu gibt es auch die sogenannten „Premium-ETFs„. Bei manchen Broker heißen sie alternativ Aktions-, Top-Preis- oder Prime-ETFs. Das sind besonders vom Broker geförderte ETF-Produkte. Diese sind dann auch mit besonderen Vorteilen für den Anleger verbunden. Wie z.B. dem kompletten Wegfall von Transaktionskosten oder Ausgabeaufschlägen. Diese Kosten können einen erheblichen Einfluss auf die Performance deines Portfolios haben und sind daher nicht zu unterschätzen. Du kannst gerne einmal den Portfolio-Sparrechner aufrufen und schauen welchen Effekt schon ein 1%-Unterschied in der Rendite über einen langen Sparzeitraum haben kann.

Wie wichtig ist dir der Digitalisierungsgrad und die Handelsplattform des Brokers?

Es gibt wie oben geschrieben Broker, die rein digital und auch nur per App auf dem Smartphone steuerbar sind. Andere wiederum bieten eine mehr oder weniger aufwändige Handelsplattform über ihre Webseite an. Die Frage, die du dir stellen solltest ist: Wie wichtig ist es dir eine moderne und zeitgemäße Handelsplattform zu haben? Ist es dir wichtig alle Handelsparameter selbst im Detail festlegen zu können? Oder möchtest du es möglichst einfach haben? Je nachdem was für ein „Typ“ du bist und welche Ziele du hast ist der eine oder der andere Broker zu bevorzugen.

Welche Handelsplätze bietet der Broker?

Es gibt Broker, die eine Vielzahl an verschiedenen Handelsplätzen wie z.B. XETRA, Tradegate, Börse Frankfurt, Börse Düsseldorf oder Sonstige anbieten. Manche davon bieten auch direkten Zugriff zu internationalen Handelsplätzen wie die Nasdaq in den USA oder die LSE in England an. Andere Broker wiederum haben nur sehr wenige Handelsplätze im Angebot. Das ist zwar meistens auch nicht weiter tragisch. Allerdings ergibt sich manchmal die Notwendigkeit an einem anderen Handelsplatz zu handeln. Seien es die unterschiedlichen Handelszeiten, die Unterschiede in der Produktauswahl oder die Unterschiede in den Transaktionsgebühren. Manchmal benötigt man als Anleger einfach etwas mehr Flexibilität dahingehend.

Wie wichtig ist dir eine möglichst einfache Steuererklärung?

Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen. Bei einem in Deutschland ansässigen Broker erhältst du ein mal im Jahr eine Steuerübersicht. Aus dieser kannst du die notwendigen Daten einfach in deine Steuererklärung übernehmen. Sollte man sich dennoch für einen im Ausland ansässigen Broker entscheiden, muss man damit rechnen, dass man keine Steuerunterlagen im Sinne des deutschen Steuerrechts bekommt. Das kann schlimmstenfalls dazu führen, dass man selbst die jeweiligen Gewinne und Verluste ermitteln muss um diese in der Steuerklärung anzugeben. Sofern für dich die Vorteile des ausländischen Brokers überwiegen kannst du das natürlich machen. Aber sei dir bewusst, dass du über einen langfristigen Zeitraum Aufwände damit haben wirst.

Fazit

Ich hoffe, dass ich dir mit den Ratschlägen etwas mehr Durchblick bei der Suche nach einem passenden Broker verschaffen konnte. Unterm Strich liegt die Entscheidung darüber nun komplett bei dir. Um dich dabei aber zu unterstützen habe ich in dieser Übersicht eine Auflistung der aktuell gängigen Broker gemacht. Ich habe sie nach meiner persönlichen Bewertung entsprechend ihrer Eignung und Komfortabilität für einen langfristigen ETF-Sparplan geordnet.

Rechtlicher Hinweis

Bitte beachte, dass jede Form der Investition oder Geldanlage mit Chancen und Risiken verbunden ist.

Der vorliegende Beitrag dient lediglich dazu die persönliche Meinung des Autors wiederzugeben. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Vermögensgegenständen dar. Aussagen in diesem Beitrag können Erwartungen an zukünftige Entwicklungen beinhalten. Diese basieren auf den gegenwärtigen Ansichten und Annahmen des Autors. Sie können daher Abweichungen bezüglich der tatsächlich eintretenden zukünftigen Entwicklungen haben.

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