CO2-Zertifikate: So investierst du darin

CO2-Zertifikate: So investierst du darin

Die Themen CO2-Austoß, CO2-Bepreisung und Emissionshandel bekommen im Rahmen der globalen Klimaentwicklung eine immer größere Bedeutung. Hinzu kommen auch die strengeren Klimaziele der neuen Bundesregierung, die weitere und stärkere Klimaschutzmaßnahmen anstreben. Insofern scheint das Thema CO2 sowie dessen Preis allgegenwärtig zu sein.

In diesem Artikel für Fortgeschrittene schauen wir uns daher das Thema CO2-Zertifikate genauer an und warum sie für etwas risikofreudigere Privatanleger aktuell eine sehr gute Möglichkeit bieten um an den erwartungsgemäß steigenden CO2-Preisen zu partizipieren.

Was sind CO2-Bepreisung und Emissionshandel?

Die Bundesregierung hat im Jahr 2021 für energieintensive Wirtschaftsbereiche wie z.B. die Energieindustrie einen sogenannten „Emissionshandel“ verpflichtend eingeführt um den Ausstoß von CO2 zu bepreisen[1]https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/weniger-co2-emissionen-1790134. Dadurch müssen diejenigen Unternehmen, die aufgrund ihrer Produkterzeugung besonders viel CO2 ausstoßen, entsprechende Emissionszertifikate erwerben. Also grob gesagt das „Recht“ CO2 emittieren zu dürfen. Damit erhalten derartige Produkte einen CO2-Kostenaufschlag und werden teurer – in der Herstellung und dann auch im Endpreis. Das Ziel dieser CO2-Bepreisung ist es die Emission von CO2 zu reduzieren.

Das dadurch eingenommene zusätzliche Geld kann dann in weitere Klimaschutzmaßnahmen investiert werden. Was ist das Gegenteil von Teufelskreis? Ein Engelskreis? Alles in allem also eine gute Möglichkeit um Anreize hin zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu schaffen.

In welche Richtung geht die CO2-Preisentwicklung?

Nach dem aktuellen Stand der Dinge sieht es so aus als müsste man mit weiter steigenden CO2-Preisen rechnen[2]https://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/emissionshandel-wie-der-co2-preis-der-klimapolitik-enteilt-a-08397b33-5123-4f69-a068-5af93b8ca982[3]https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/interview/experte-co2-preis-in-der-eu-duerfte-sich-bis-2030-auf-90-euro-erhoehen/. Auch die neue Bundesregierung strebt in diesem Zusammenhang stärkere Maßnahmen[4] … Continue reading für den Klimaschutz an, was sich auch wieder auf den CO2-Preis auswirken dürfte.

Wie weiter oben geschrieben müssen energieintensive Industrien für ihre CO2-Emission Zertifikate erwerben. Die Anzahl an Emissionszertifikaten ist allerdings begrenzt mit dem Ziel den CO2-Ausstoß dadurch steuern zu können[5]https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/weniger-co2-emissionen-1790134. Insofern ist über die Mechanismen von Angebot und Nachfrage ein steigender CO2-Preis und damit auch ein Anstieg des Preises der Emissionszertifikate zu erwarten.

Wie profitiert ein Anleger vom Preisanstieg von CO2?

Als Privatanleger kannst du von diesem Trend mit sogenannten CO2-Zertifikaten profitieren. Ein CO2-Zertifikat gibt dem Käufer das Recht über einen bestimmten Zeitraum eine definierte Menge CO2 auszustoßen[6]https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/energiewende/co2-kohlenstoffdioxid-oder-kohlendioxid-zertifikate-614974. Da du als Privatanleger vermutlich weniger daran interessiert bist selbst CO2 auszustoßen, sondern vielmehr am steigenden CO2-Preis zu partizipieren solltest du einmal einen Blick auf sogenannte CO2 Faktor-Zertifikate oder alternativ auf CO2 Index-Zertifikate werfen.

Doch Vorsicht: Solche Finanzprodukte sind nur für erfahrene Privatanleger geeignet und du solltest die Spielregeln kennen bevor du investierst.

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Was sind CO2 Faktor-Zertifikate?

Mit einem CO2 Faktor-Zertifikat schlägst du „zwei Fliegen mit einer Klappe“. Du profitierst nicht nur vom steigenden CO2-Preis. Du tust es auch noch aufgrund eines guten Zwecks – nämlich mehr Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit.

Bei einem CO2 Faktor-Zertifikat handelt es sich um ein Derivat, welches ganz vereinfacht gesagt den CO2-Preis als Basiswert hat und an dessen Entwicklung überproportional partizipiert. Oder etwas komplizierter: Der Basispreis ist ein weiteres Derivat, nämlich ein Futurekontrakt bzw. ein Termingeschäft auf das Recht eine definierte Menge CO2 über einen definierten Zeitraum ausstoßen zu dürfen. Der Basiswert ist das sogenannte Carbon Emission ICE EUA Future[7]https://www.theice.com/products/197/EUA-Futures/.

Faktor-Zertifikate sind Hebelprodukte, die aufgrund ihrer Struktur mit einem definierten Faktor überproportional an der Entwicklung ihres Basispreises teilnehmen – sowohl in die positive als auch in die negative Richtung. Der Hebel bei Faktor-Zertifikaten ist allerdings konstant[8]https://www.deraktionaer.de/artikel/derivate/mit-hebel-zum-erfolg-was-anleger-ueber-faktor-zertifikate-wissen-muessen-20194475.html. D.h. ein Faktor-Zertifikat mit dem Faktor 5 reagiert immer 5 Mal so stark auf die Entwicklung des Basiswertes. Als Beispiel: Steigt der Basiswert (d.h. der CO2 Future-Preis) um 10%, dann steigt der Wert des Faktor-Zertifikats um satte 50%.

Doch Vorsicht: Wo Rendite ist, da ist auch immer Risiko. Denn wenn der Preis des Basiswerts sinkt, dann sinkt der Wert des Faktor-Zertifikats auch überproportional, doch nur bis zum Resetereignis.

Was zum Henker ist denn ein Resetereignis?

Die Besonderheit bei Faktor-Zertifikaten ist das sogenannte Resetereignis bzw. die Resetbarriere. Im Vergleich zu z.B. Knockout-Zertifikaten wie Turbo Calls und Puts haben Faktor-Zertifikate zwar keine Knockoutschwelle, die das Zertifikat ausknockt und wertlos verfallen lässt. Dafür haben sie aber etwas sehr ähnliches, was unter dem Strich in die gleiche Richtung geht.

Wenn der Basispreis (z.B. der CO2 Future-Preis) die definierte Resetbarriere (diese liegt immer vor dem Basispreis) unterschreitet liegt ein Resetereignis vor. In diesem Fall kann der Emittent des Faktor-Zertifikats das Produkt „beenden“ und es verfällt somit wertlos. Oder das Produkt wird durch eine Anpassung der Produktparameter weiter fortgeführt. Die Fortführung entspricht effektiv einer Wiederanlage des (geringeren) Restwerts unter neuen Produktparametern[9]https://zertifikate.morganstanley.com/Produktdetails/DE000MC3SF55.

Alternative: Index-Zertifikate

Eine weitaus weniger riskante Möglichkeit und eher für risikoaverse Anleger gedacht stellen sogenannte Index-Zertifikate dar. Damit hat man zwar keine überproportionalen Renditechancen, dafür ist das Risiko eines Totalverlustes aber auch extrem verringert bzw. kaum vorhanden da es kein Resetereignis und keine Knockoutschwelle gibt. Index-Zertifikate funktionieren dabei ähnlich wie synthetische ETFs. Mit einem Index-Zertifikat partizipierst du dann 1:1 an der Entwicklung des Basiswertes[10]https://www.boerse-frankfurt.de/wissen/wertpapiere/anlagezertifikate/index-zertifikate.

Die folgende Grafik zeigt die trotzdem beachtliche Entwicklung eines Index-Zertifikats auf den ICE EUA Future von Société Générale seit seinem Aufsetzen am 12.05.2021.

CO2-Zertifikate: So investierst du darin – finanzmagie.de

Eine Übersicht von CO2 Faktor- und Index-Zertifikaten

Im Folgenden findest du eine Übersicht möglicher Faktor- und Index-Zertifikate, in welche du investieren kannst um von der antizipierten Steigerung des CO2-Preises zu profitieren.

Typ
Emittent
Basiswert
Faktor
ISIN
Faktor-Zertifikat
Morgan Stanley
Carbon Emission
ICE EUA Dec 22
5
Faktor-Zertifikat
Société Générale
Carbon Emission
ICE EUA Dec 22
3
Index-Zertifikat
Société Générale
Carbon Emission
ICE EUA Dec 22
Index-Zertifikat
Société Générale
Carbon Emission
ICE EUA Dec 22

Die Unterscheidung der beiden Index-Zertifikate erfolgt nach dem Bezugsverhältnis (siehe ISIN-Link).

Rechtlicher Hinweis

Bitte beachte, dass jede Form der Investition oder Geldanlage mit Chancen und Risiken verbunden ist.

Der vorliegende Beitrag dient lediglich dazu die persönliche Meinung des Autors wiederzugeben. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Vermögensgegenständen dar. Aussagen in diesem Beitrag können Erwartungen an zukünftige Entwicklungen beinhalten. Diese basieren auf den gegenwärtigen Ansichten und Annahmen des Autors. Sie können daher Abweichungen bezüglich der tatsächlich eintretenden zukünftigen Entwicklungen haben.

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